Für kostenfreien Dienst auch in Zukunft: Facebook wirbt für Ad-Tracking
Die neuen Anti-Tracking-Maßnahmen greifen nun bereits seit einer Woche. Das schmeckt vor allem Unternehmen nicht, die mit platzierter Werbung ihr Geld verdienen. Facebook versucht nun, am Rande des Erlaubten, seine Nutzer vom Tracking zu überzeugen.

Bevor Nutzer das Tracking erlauben oder ablehnen, räumt Apple den Entwicklern die Möglichkeit ein, seine Nutzer per Info-Screen über die Auswahl zu unterrichten. Das was dort erscheint, unterliegt jedoch strengen Regeln. So hat Apple bereits verboten, finanzielle Belohnungen für das Zustimmen zum Tracken anzubieten. Die Unternehmen befürchten jedoch finanzielle Einbußen und versuchen daher mit allen Tricks diese Schranken zu umgehen. Bisher zeigt sich Apple jedoch hart und bleibt seiner ausgerufenen Linie treu.
Facebook droht indirekt mit einem kostenpflichtigen Dienst
Bevor die neuen Regelungen in Kraft getreten sind, testete Facebook bereits einige Info-Screens. So wird an den Nutzer appelliert, das Tracking zu erlauben, um auf diesem Wege Unternehmen zu unterstützen. Nun erweiterte das Unternehmen von Mark Zuckerberg den Info-Screen um einen zusätzlichen Hinweis. Facebook weist seine Nutzer darauf hin, dass das Tracking von personalisierten Daten dazu beitrage, den Social-Media-Dienst auch in Zukunft kostenfrei zugänglich zu machen. Im Prinzip bedeutet der Hinweis: "Gib uns deine Daten oder in Zukunft wirst du für Facebook bezahlen."
Das ist vor allem deshalb interessant, da Facebook bis vor zwei Jahren mit dem Slogan "It's free and always will be." warb. Davon scheint nun nicht mehr viel übrig zu sein.
Ob der Hinweis gegen die geltenden Richtlinien von Apple verstößt, ist bislang unklar. Apple verbietet es Unternehmen finanzielle Reize für die Zustimmung zum Daten-Tracking auszurufen. Beim jetzigen Hinweis könnte man je nach Interpretation auch von einem indirekten finanziellen Anreiz sprechen. Bleibt abzuwarten, ob Apple seine Richtlinien nochmal präzisiert und den Interpretationsspielraum dadurch verkleinert. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sich die Unternehmen so einfach davon abhalten lassen, einen Weg zu den Daten ihrer Kunden zu finden - dafür lässt sich mit platzierter Werbung einfach zu viel Geld generieren.
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