Intel möchte bald ARM-Chips bauen und liefern - auch an Apple?

In der letzten Zeit lief das Geschäft für Intel nicht gut. Der Konzern litt unter Engpässen bei der Fertigung von Chips und plante sogar, andere Chip-Fertiger um Hilfe zu bitten. Nun schwenkt Intel überraschend um und ändert den Kurs: Es sollen nicht mehr nur die üblichen Anfertigungen erfolgen, vor allem sollen auch Aufträge von Drittanbietern entgegengenommen werden. Außerdem sollen demnächst neben x86-Chipsätzen zusätzlich ARM-Chipsätze gefertigt werden. Als potenziellen Kunden nennt Intel auch Apple.
20 Milliarden Dollar für neue Werke, Produkte und für mehr Kapazitäten
Die Änderung des Kurses läuft unter dem Namen "IDM 2.0-Initiative" und soll mit einer Investition von 20 Milliarden Dollar ins Leben gerufen werden. Von dem Geld sollen neue Fabriken und Werke in Arizona gebaut werden. Außerdem möchte Intel die Größe seiner CPUs auf 7 Nanometer verkleinern und seine eigene Technik weiter ausbauen. Vor allem sollen aber die Kapazitäten des Unternehmens erweitert werden, sodass eine Chip-Produktion für Drittanbieter möglich wird. Dabei sollen individuelle Wünsche berücksichtigt werden können: Intel möchte neben x86 zum Beispiel auch ARM fertigen und auf die freie Befehlssatzarchitektur RISC-V setzen. Trotzdem soll x86 wie gewohnt die hauptsächliche Produktion einnehmen. Das alles soll dazu führen, dass das Unternehmen auf dem Markt wieder eine größere Rolle spielt."Intel ist zurück!", so lautet Die Antwort des CEOs Gelsinger auf eine Frage, warum Intel denkt, trotz eigener Probleme zusätzliche Anfertigungen stemmen zu können. Die Initiative stelle einen eigenen Unternehmensbereich dar und laufe unabhängig von der eigenen Produktion. Laut Planung soll die Initiative frühestens 2023 starten.
Auch Apple soll gefragt werden
Gelsinger erwähnte außerdem Firmen, die für eine Zulieferung in Frage kämen und gefragt werden sollen: Darunter finden sich Marktriesen wie Amazon, Cisco, Qualcomm, IBM und Microsoft. Aber auch mit Apple sollen Gespräche aufgenommen werden: Intel sei bereit, Prozessoren für das Unternehmen zu liefern, das erst vergangenes Jahr damit aufgehört hatte, x86-Chips zu beziehen. Es gäbe zwar nicht die Illusion, dass Apple zu x86 zurückkehren möchte, aber man könne alternativ Apples ARM Chips produzieren.
Dass Apple tatsächlich an Intel Aufträge für die Herstellung seiner Chips vergeben würde, gilt aktuell eher als unwahrscheinlich. Die Herstellung übernimmt nämlich eigentlich das Unternehmen TSMC, mit dem Apple offenbar zufrieden ist. Zudem hat TSMC eine höhere Strukturbreite als Intel und das Können der Firma gilt mit als Grund, warum der M1 Chip sich so gut schlägt.
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