iPhone-Drosselung - Apple zahlt voraussichtilch 500-Millionen-Dollar als Entschädigung
Eine der für Apple kritischsten juristischen Erfahrungen der letzten Jahre findet nun endlich ein Ende - und dafür mussten nur satte 500 Millionen US-Dollar geopfert werden.

Über ein Dutzend Anklagen hängen nun schon seit Jahren an Apple. Aufgrund der angeschuldigten Drosselung der Performance von älteren iPhones zugunsten längerer Batterieleistung - speziell hier die Modelle iPhone SE (2016), 6, 6 Plus, 6S, 6S Plus, 7 und 7 Plus, welche alle mindestens unter dem Betriebssystem iOS 10.2.1 laufen - soll Apple die Besitzer jener gedrosselten Smartphones entschädigen. Das genannte Update 10.2.1, veröffentlicht vor dreieinhalb Jahren im Januar 2017, hat so das Performance Management System zu iOS hinzugefügt, welches die Leistung alter Geräte im Umkehrschluss gedrosselt haben soll. Apple hat sich erst im Dezember des selben Jahres auch dazu geäußert, was viele betroffene Nutzer verärgerte und zu den Verfahren brachte, vor denen Apple nun steht. Vor Gericht hat Apple hierzu keine der Anschuldigungen wahrgenommen, und stattdessen die explizite Drosselung der alten Smartphones verneint. Um längere Gerichtsprozesse und damit verbundene Kosten in Sachen Zeit und Finanzen zu umgehen hat sich die Firma jedoch im März dazu bereit erklärt, die betroffenen Kunden mit einem Paket an 500 Millionen US-Dollarn zu entschädigen.
Richter Edward J. Davila, Teil des US-Bundesbezirksgericht, hat sich so am Freitag über einen Zoom-Anruf mit Kläger und Angeklagten dazu entschieden, die finale Deadline zur Entscheidung über den 500-Millionen Deal bis mindestens Dezember zu verschieben - als Grund nannte er hierzu die angehende COVID-19 Pandemie. Die Online-Newsseite über juristische Entscheidungen Law360 hat hierzu weitere Details verlauten lassen:
"Bei der Anhörung am Freitag haben die Klagepartei und die Anwälte von Apple beide eingeräumt, dass der angebotene Deal fair ist, da der Rechtsstreit von vornherein als heiß umstritten gesehen worden ist und die Kläger im Endeffekt Zahlungen von mindestens 25 Dollar als Kompensation erhalten werden. Ebenfalls besitzt Apple ein weites Ausmaß der E-Mail Adressen der betroffenen Personen, also ist es wahrscheinlich dass eine hohe Rate an Klägern die Kompensation erhalten werden. Am Ende der Anhörung hat der Richter verlauten lassen, dass er die vorausgehende Zulassung des Deals unterschreiben wird, da jener als 'fair, vernünftig und angemessen' angesehen wird."
Diese Entscheidung wird ein jahrelanges Verfahren für Apple endlich zugrunde legen. In nicht-finanziellen Sachen hat Apple auf iPhones mittlerweile die Option hinzugefügt, die Drosselung der Geräte zu entfernen und einen regulären Batterieverbrauch einzubehalten. Ebenfalls hat iOS 13 ein neues "Optimized Battery" Feature hinzugefügt, welches die Lebensdauer der iPhones noch weiter verlängern soll - alles um legale Probleme dieser Art für die Zukunft zu eliminieren.
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