iOS · WebKit

Neue iOS-Browser im Anflug: Mozilla & Google arbeiten an Apps ohne WebKit

Alle iOS-Browser laufen derzeit mit Apples WebKit. Das könnte sich schon bald ändern: Google und Mozilla bereiten derzeit ihre Browser auf ein Leben nach WebKit vor, da das strenge Reglement seitens Apple wohl bald aufgehoben wird.

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AppTickerTeam
08.02.20234 Min. Lesezeit
Neue iOS-Browser im Anflug: Mozilla & Google arbeiten an Apps ohne WebKit
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Für das iPhone gibt es eine ganze Reihe an Webbrowsern. Neben Safari, der auf jedem neuen Gerät zur Grundausstattung gehört, findet man im App Store u. a. auch die mobilen Pendants von Chrome und Firefox. Doch diese haben mit ihren großen Brüdern der Desktop-Systeme nur das Äußere gemeinsam.

Unter der Haube läuft das WebKit von Apple, wie es auch für Safari genutzt wird. Auch wenn die Browser von Google und Mozilla vermitteln, dass man mit der Technologie des jeweiligen Entwicklers im Netz surft, handelt es sich bei Chrome und Firefox für iOS eigentlich um Safari in anderen Gewändern.

Viele Funktionen mit WebKit unmöglich

Das ist vielen Entwicklern schon lange ein Dorn im Auge. Schließlich wollen sie eigene Funktionen und Code in ihrer Rendering-Engine unterbringen - ein Schritt, der von Apple derzeit strikt untersagt ist. Wer einen Webbrowser im App Store anbietet, muss diesen zwingend auf WebKit aufbauen.

Das macht es den Anbietern zum Beispiel schwer, Cloud-Gaming als Stream über den Webbrowser anzubieten und so manche Web-App verweigert unter WebKit ihren Dienst. Zudem ist auch Apple Pay mit eigenen Engine-Lösungen nicht möglich.

Einschränkung könnte bald wegfallen

Dieser Umstand könnte sich schon bald dank des europäischen Digital Markets Act (DMA) ändern. Die Competition and Markets Authority (Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde) in Großbritannien hat festgestellt, dass Apple mit seinem WebKit-Zwang gegen die Regeln des DMA verstößt:

  • Apple verbietet Alternativen zur eigenen Browser-Engine auf seinen Mobilgeräten; eine Einschränkung, die es nur bei Apple gibt. Die CMA befürchtet, dass dies das Potenzial konkurrierender Browser, sich von Safari abzuheben (z. B. in Bezug auf Merkmale wie Geschwindigkeit und Funktionalität), stark einschränkt und Apples Anreize, in seine Browser-Engine zu investieren, einschränkt. Diese Einschränkung schränkt auch ernsthaft die Leistungsfähigkeit von Web-Apps ein - Apps, die in einem Browser ausgeführt werden, anstatt einzeln heruntergeladen werden zu müssen - und entzieht Verbrauchern und Unternehmen die vollen Vorteile dieser innovativen Technologie.

In seiner jetzigen Form wären die strengen Regeln des iPhone-Herstellers beim Inkrafttreten des DMA also wettbewerbswidrig.

Google und Mozilla bereiten sich vor

Sollten die Restriktionen seitens Apple im Bezug auf WebKit tatsächlich fallen, würde das bedeuten, dass Safari in Konkurrenz mit Chrome und Firefox tritt. Mozilla und Google bereiten sich derzeit nämlich auf den Wegfall von Apples Rendering-Engine vor und aktualisieren hinter den Kulissen ihre eigenen Browser (via 9to5mac).

Beide Unternehmen entwickeln iOS-Browser mit der Engine ihrer Desktop-Apps. Google hat zum Thema eine entsprechende Ankündigung veröffentlicht:

  • Das Chromium-Team von Google hat die Portierung von Blink auf iOS mit Volldampf vorangetrieben und in der vergangenen Woche Dutzende zugehöriger Codeänderungen eingeführt. Bei dem Tempo, in dem die Dinge voranschreiten, werden wir in den kommenden Wochen möglicherweise einen ersten Blick auf die Browser-Engine für Chrome - und Microsoft Edge, Opera und mehr - werfen, die auf iOS läuft.

Mozilla hat schon länger eine Version ihrer Rendering Engine "Gecko" für iOS in der Mache. Diese war bisher nur für den internen Gebrauch bestimmt, wird aber im Moment in einen für den App Store tauglichen Build umgeschrieben. Ersten Einschätzungen zufolge könnte Apple schon zur diesjährigen World Wide Developers Conference im Juni, wo auch iOS 17 vorgestellt wird, den WebKit-Zwang aufheben.

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