Neue unpatchbare BootROM-Lücke trifft Apple-Geräte mit A12- und A13-Chips

Die Sicherheitsforschung hat eine neue Schwachstelle in Apple-Geräten identifiziert, die tief in der Hardware verankert ist. Die Forschergruppe Paradigm Shift hat die Details zu usbliter8 veröffentlicht, einer Lücke, die den Boot-Prozess bei mehreren Modellen mit älteren Prozessoren angreift. Da der Fehler direkt im Chipsatz liegt, kann Apple ihn nicht durch ein herkömmliches Systemupdate beheben. Betroffene Nutzer müssen sich auf physischen Schutz ihrer Geräte verlassen, da ein Angreifer mit direktem Zugriff theoretisch Kontrolle über den Startvorgang erlangen kann. Zum Glück bleiben die verschlüsselten Nutzerdaten und Passwörter vorerst geschützt.
So funktioniert der Angriff
Der Exploit setzt voraus, dass ein Angreifer physischen Kontakt zum Zielgerät hat. Der Angriff wird ausgelöst, indem das betroffene Gerät in den DFU-Modus versetzt wird und anschließend manipulierte Datenpakete über die USB-Schnittstelle gesendet werden. Diese falschen Anweisungen verwirren den integrierten USB-Controller, sodass er Informationen in einen falschen Speicherbereich schreibt. Durch diese gezielte Speicherkorruption übernimmt der Angreifer die Kontrolle über den Startprozess, bevor das eigentliche Betriebssystem geladen wird. Auf dieser Ebene lassen sich digitale Signaturen umgehen und modifizierte Software starten.
Diese Geräte sind betroffen
Die Schwachstelle trifft vor allem Geräte mit den A12, A13, S4 und S5 Prozessoren. Die Liste der betroffenen Apple-Produkte ist breit gefächert und umfasst mehrere Generationen:
- iPhone XR, iPhone XS, iPhone XS Max
- iPhone 11, iPhone 11 Pro, iPhone 11 Pro Max
- iPhone SE der zweiten Generation
- iPad Air 3, iPad mini 5, iPad 8 und iPad 9
- Apple Watch Series 4, Series 5 und SE
- HomePod mini, Studio Display und Apple TV 4K (2. Generation)
Ein Exploit für die leistungsstärkeren A12X und A12Z Chips, die in den iPad Pro Modellen von 2018 und 2020 stecken, ist technisch möglich, wurde von den Forschern jedoch noch nicht vollständig implementiert. Ältere Modelle mit dem A11 Chip oder Vorgängern sind von usbliter8 nicht betroffen, da sie auf einer anderen bekannten Lücke namens checkm8 basieren.
Secure Enclave bleibt verschont
Trotz der gravierenden Eingriffsmöglichkeit in den Boot-Vorgang bleibt der Secure Enclave direkt von usbliter8 verschont. Der dedizierte Sicherheitschip schützt weiterhin Passcodes, biometrische Daten und die verschlüsselte Festplatte vor direktem Auslesen. Die Entwickler warnen jedoch davor, dass die neu entdeckte Lücke breitere Angriffsvektoren eröffnet, die langfristig zu indirekten Angriffen auf den Secure Enclave führen könnten. Besonders anspruchsvoll war die Umsetzung für den A13-Chip, der über die Pointer Authentication verfügt. Diese Sicherheitsfunktion soll Code-Umleitungen verhindern, wurde hier aber durch eine mehrstufige Speicherkorruption und die Übernahme des USB-Interrupt-Handlers erfolgreich umgangen.
Keine Lösung über Software
Weil der Fehler tief in der Hardware-Logik des USB-Controllers und der Firmware-Konfiguration sitzt, scheidet ein klassischer Software-Patch vollständig aus. Der einzige wirksame Schutz für Nutzer, die ihre Geräte vor diesem Angriffsszenario schützen wollen, ist der Kauf eines Geräts mit neuerer Hardware. Die Forscher haben ihren Proof-of-Concept-Code auf GitHub veröffentlicht, wo das Projekt innerhalb weniger Stunden bereits über 280 Sterne sammelte. Ähnlich wie bei der historischen checkm8-Lücke könnte usbliter8 die technische Grundlage für zukünftige Jailbreak-Tools bilden, die die betroffenen Modelle entsperren. Apple Product Security wurde vor der Veröffentlichung informiert und hat die koordinierte Offenlegung unterstützt.
Zusammenfassung
usbliter8 ist eine unpatchbare Hardware-Schwachstelle, die den Startprozess von Geräten mit A12- und A13-Chips über physischen USB-Zugriff kompromittiert. Während Passwörter und Nutzerdaten durch den Secure Enclave geschützt bleiben, gibt es keine Software-Lösung, sodass nur ein Gerätewechsel Abhilfe schafft. Die veröffentlichten Techniken könnten zudem die Basis für neue Jailbreak-Tools bilden.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Technik News.

iPad mini 8: OLED-Display, A19 Pro-Chip und Preiserhöhung erwartet
Apple bereitet den Nachfolger des kompakten Tablets vor, der in mehreren Punkten deutlich von der Vorgängergeneration abweichen soll. Ein Wechsel zu OLED-Technologie, ein aktueller Prozessor und ein neues Gehäusekonzept stehen auf der Agenda.

iPhone 18 Pro: Analysten prognostizieren Preissprung auf über 1.600 Euro
Die Premium-Modelle der kommenden iPhone-Generation dürften deutlich teurer werden. Analysten von TechInsights rechnen für das iPhone 18 Pro mit Startpreisen von bis zu 1.399 US-Dollar, was in Deutschland über 1.600 Euro entspricht.

Tim Cook warnt vor Preisanstiegen bei Apple-Geräten
Apple-CEO Tim Cook hat in einem Interview mit dem Wall Street Journal eingeräumt, dass das Unternehmen die Kunden nicht mehr vor explodierenden Hardware-Preisen bewahren kann. Ab Herbst 2026 müssen Verbraucher mit spürbar höheren Kosten für neue Geräte rechnen.

iPhone Air 2: Apple plant drei große Upgrades für den dünnen Nachfolger
Laut Bloomberg arbeitet Apple an einem deutlich verbesserten iPhone Air 2. Besserer Akku, zweite Kamera und neuer Prozessor sollen die Schwachstellen des Vorgängers beheben.

iOS 27: Siri AI, Markdown und Gliederungshilfen für die Notizen-App
Apple erweitert die Notizen-App in iOS 27 um KI-gestützte Texterstellung, native Markdown-Integration und neue Werkzeuge zur visuellen Strukturierung.

iOS 27: Jede Menge Performance-Optimierungen für das iPhone
Apple hat sich auf die Performance-Optimierungen bei iOS 27 konzentriert. Das Update macht App-Starts, AirDrop und die Fotos-App spürbar schneller und unterstützt Geräte ab dem iPhone 11.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.