OpenAI startet Hardware-Offensive mit Smart Speaker und Smartphone

OpenAI tritt mit einer klaren Absichtserklärung aus der reinen Software-Welt aus. Das Unternehmen kündigt an, in naher Zukunft zwei eigene Hardware-Produkte zu vermarkten. Ein smarter Lautsprecher und ein Mobiltelefon bilden den Auftakt dieser Strategie. Ziel ist es, die künstliche Intelligenz direkt in den Alltag der Nutzer zu integrieren. Parallel dazu eskaliert der Streit um Personal und Geschäftsgeheimnisse mit dem Technologieriesen Apple.
Der Smart Speaker als Einstieg
Der industrielle Entwurf für das erste Gerät stammt von Jony Ive, der seine Firma io Products für 6,5 Milliarden US-Dollar an OpenAI verkaufte. Der Lautsprecher verzichtet auf einen Bildschirm und verfügt stattdessen über einen integrierten Akku für mobile Nutzung. Eine Kamera soll die Umgebung erfassen und mechanische Teile ermöglichen autonome Bewegungen. Diese Merkmale sollen dem Gerät eine präsenzstärkere und natürlichere Interaktion verleihen.
ChatGPT als zentrale Schnittstelle
Die Softwarebasis bildet ChatGPT in Kombination mit dem Modell GPT-Live, das für flüssige Unterhaltungen optimiert ist. Das System übernimmt verschiedene Aufgaben im Alltag, darunter:
- die Steuerung von Smart-Home-Geräten,
- das Abspielen von Musik und anderen Medien,
- das Beantworten von Fragen sowie das Vorlesen von Nachrichten.
Analysten kalkulieren mit einem Verkaufspreis zwischen 200 und 300 US-Dollar. Die Markteinführung ist für das erste Quartal 2027 geplant, was einer Verschiebung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan entspricht.
Das KI-Smartphone und seine Technik
Beim Mobiltelefon handelt es sich um ein Gerät mit dem internen Codenamen AI agent phone. Als Herzstück kommt der Chip MediaTek Dimensity 9600 zum Einsatz, der im N2P-Prozess von TSMC gefertigt wird. Die Produktion übernimmt Luxshare Precision Industry, während die Kamera-Module wahrscheinlich von Sunny Optical stammen. Zur Ausstattung zählen zudem ein verbesserter Image Signal Processor und zwei dedizierte KI-Prozessoren.
Vorverlegter Marktstart und Absatzprognose
Die Massenproduktion wurde von 2028 auf die erste Jahreshälfte 2027 vorverlegt, um den geplanten Börsengang des Unternehmens zu unterstützen. Analyst Ming-Chi Kuo erwartet bei einem erfolgreichen Verlauf einen Absatz von rund 30 Millionen Einheiten über die Jahre 2027 und 2028. Das Interface des Telefons passt sich dynamisch an Kontext, Standort und Aktivitäten des Nutzers an.
Der Konflikt mit Apple um Personal
OpenAI hat in den vergangenen Monaten über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter eingestellt, darunter Designer wie Evans Hankey und Tang Tan. Apple reagierte auf diese Abwanderung mit Bonuszahlungen bis zu 400.000 US-Dollar an das iPhone-Designteam. Seit dem 10. Juli 2026 läuft eine Klage, die OpenAI den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vorwirft. Medienberichte deuten darauf hin, dass diese rechtlichen Hürden die Hardware-Entwicklung verlangsamen könnten.
Ausblick auf weitere Produktkategorien
Auf der langfristigen Agenda stehen Projekte wie Smart Glasses, eine intelligente Lampe und möglicherweise Kopfhörer. Diese Vorhaben befinden sich jedoch noch in frühen Phasen und könnten jederzeit gestrichen werden. Auch Apple arbeitet parallel an ähnlichen Erweiterungen wie verbesserten Smart-Home-Hubs und AirPods mit Kamera. Die strategische Ausrichtung beider Konzerne führt somit in mehreren Produktkategorien zu direkter Konkurrenz.
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