Sideloading: Apple reicht Klage gegen EU-Gesetz ein
Dass sich Apple nicht wehrlos den Regelungen des Digital Markets Act ergeben wird, war bereits klar. Nun reichte das Unternehmen eine entsprechende Klage in Luxemburg ein.

Interoperabilität zwischen Messengern, Öffnung von App Stores für alternative Bezahlarten und das Laden von Anwendungen, die nicht im eigenen App Store angeboten werden. Die Maßnahmen der Europäischen Union, zusammengefasst im neuen Digital Markets Act, sollen den Einfluss weltweit agierender Milliardenkonzerne beschränken und zukünftig mehr Wettbewerb erlauben.
Betroffene Firmen, allen voran Apple, sehen ihre Unternehmsphilosophie und darüber hinaus die Sicherheit ihrer Nutzer massiv gefährdet. Vor allem die Öffnung von iMessage gegenüber anderen Messengern und das Laden und Installieren von Anwendungen, die nicht aus dem App Store stammen (Sideloading) wird in Cupertino mehr als nur kritisch beäugt. Die offen kommunizierte Abneigung gegen den DMA gipfelt nun in einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Apple klagt gegen die EU
Anfang September benannte die Europäische Kommission sechs sogenannte Gatekeeper. Bei Gatekeepern (dt.: Torwächter) handelt es sich um einflussreiche IT-Unternehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen, um den im Zusammenhang mit dem DMA eher unrühmlichen Status zu erhalten. Neben Apple wurden noch fünf weitere Akteure als solche eingestuft, woraus sich für die Unternehmen weitreichende Auflagen ergeben.
Wie aus einem Bericht von Reuters hervorgeht, wird sich Apple den Forderungen nicht kampflos ergeben. Stattdessen reichte der Konzern mit Sitz in Kalifornien Klage vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein. Vor allem die Praxis des Sideloading und die Öffnung von iMessage sei Apple nach wie ein Dorn im Auge.
Vorbereitungen für Umsetzungen laufen dennoch
Im Hintergrund laufen dennoch umfangreiche Vorbereitungen, um iPhones innerhalb der EU auf die bevorstehende Gesetzesänderung vorzubereiten. Im Code von iOS 17.2 wurden bereits erste Hinweise auf die ungewollte Änderung entdeckt, wenngleich der Leiter für Sicherheitstechnik und -architektur erst kürzlich nochmal auf die Gefahren einer Öffnung hinwies.
Hinsichtlich des RCS-Standards ist man in Cupertino jedoch schon einen Schritt weiter gekommen. Wie das Unternehmen vor wenigen Tagen verkündete, wird der von der GSM Association festgelegte Kommunikationsstandard, den bereits Unternehmen wie Google und Samsung unterstützen, ebenfalls Einzug in iMessage erhalten.
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