Spyware Pegasus: Apple verklagt NSO-Group und informiert betroffene Personen
Im Kampf gegen Überwachungstrojaner hat Apple ein deutliches Zeichen gesetzt und die NSO Group vor Gericht gezerrt. Der Vertrieb von Spyware soll somit unterbunden oder wenigstens erschwert werden.

Die NSO Group hat sich in den vergangenen Jahren mit ihrer Überwachungssoftware Pegasus einen Namen gemacht. Da neben Android-Geräten auch vermehrt Geräte des kalifornischen iPhone-Herstellers betroffen sind, geht der Konzern nun in die Offensive und zieht das israelische Unternehmen vor Gericht.
Ziel der Klage ist es, der NSO Group die Nutzung sämtlicher Geräte und Software von Apple zu untersagen, um weiteren Missbrauch und Schaden von Apple-Nutzern abzuwenden. Außerdem fordert Apple eine finanzielle Entschädigung für betroffene Nutzer, die in ihrer Höhe nicht näher benannt wurde.
In der Sache verhandelt wird an einem US-Bundesgericht im kalifornischen San José. In der Klageschrift spricht Apple von "amoralischen Söldnern des 21. Jahrhunderts", die ein System entwickelt haben, das zu "schamlosen Missbrauch" einlädt. Craig Federighi, Apples Senior Vice President der Softwareentwicklung, fordert eine stärkere Kontrolle und Sanktionierung von Akteuren wie der NSO Group.
Gleichzeitig kündigte Apple an, 10 Millionen US-Dollar an Forschende auf dem Gebiet der Cyberüberwachung zu spenden. Sollte es darüber hinaus zu Schadensersatzzahlungen kommen, werden diese ebenfalls für ähnliche Zwecke gespendet.
Überwachung von Journalisten und Regierungskritikern
Offiziell wird die von der NSO Group vertriebene Software nur für Ermittlungsbehörden zur Verfügung gestellt. Insgeheim ist jedoch bekannt, dass autoritär geführte Staaten ganz oben auf der Kundenliste des israelischen Unternehmens stehen und die Spyware Pegasus im Kampf gegen unliebsame Personen oder Institutionen einsetzen.
Oftmals werden Ausspionierte im Anschluss Opfer von staatlichen Repressalien und Apple muss sich den Vorwurf von Sicherheitslücken im Betriebssystem gefallen lassen. Mit der eingereichte Klage will der Konzern nun einen ersten Schritt gegen die Entwickler besagter Software wagen.
Gleichzeitig hat Apple damit begonnen, Betroffene über die erfolgten Spionageattacken zu informieren, indem sogenannte "Thread Notifications" per Mail und iMessage versandt wurden. Einem Bericht von Reuters zufolge haben sich bereits erste Aktivisten und Forscher aus Thailand, El Salvador und Uganda mit einer entsprechenden Threat Notification gemeldet. Zu den betroffenen Personen in Thailand gehören unter anderem Prajak Kongkirati (Politikwissenschaftler), Sarinee Achananuntakul (Forscherin), Yingcheep Atchanont (Aktivistin) sowie ein thailändischer Rapper und ein Politiker. Allesamt hätten sich in der Vergangenheit kritisch über die thailändische Regierung geäußert.
In El Salvador haben zwölf Mitwirkende der regierungskritischen Online-Zeitung El Faro Hinweise auf einen Befall mit der Pegasus-Software erhalten und in Uganda zeigte sich der Präsident der Demokratischen Partei auf Twitter über seine Überwachung bestürzt.
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