Apple Services: Erstmals seit 2022 sinkt der Quartalsumsatz

Apple hat seine Quartalszahlen für den Juni veröffentlicht und dabei einen historischen Wendepunkt im Dienstleistungsgeschäft markiert. Zwar bleibt der Services-Bereich weiterhin das profitstärkste Segment des Unternehmens, doch das bisherige Wachstumsmuster zeigt erste Risse. Finanzchef Kevan Parekh räumte im Einkommensgespräch offen ein, dass sich externe Einflüsse merklich auf die Performance des App Store auswirken. Gleichzeitig erschwert ein einmaliges Ereignis aus dem Vorjahr den direkten Vergleich der Jahreszahlen.
Services-Umsatz erstmals rückläufig
Im dritten Quartal 2026, das bis Ende Juni reichte, generierte Apple einen Services-Umsatz von 30,7 Milliarden US-Dollar. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen absoluten Rekordwert für ein Sommerquartal. Im direkten Vergleich zum Vorquartal schmilzt die Summe jedoch leicht auf 30,98 Milliarden US-Dollar zusammen. Dies markiert den ersten rückläufigen Quartalswert in diesem Geschäftsfeld seit 2022. Auch das Wachstum im Jahresvergleich fällt mit zwölf Prozent deutlich flacher aus. Es ist das schwächste Plus seit dem zweiten Quartal 2025 und das niedrigste für ein drittes Quartal seit 2023.
Regulatorische Gegenwinde weltweit
Ein wesentlicher Grund für die gedämpften Zahlen liegt in den sich schnell wandelnden Rechtsrahmenbedingungen. Der App Store macht nach Schätzungen der Wall Street Journal etwa ein Drittel des gesamten Services-Umsatzes aus. In mehreren wichtigen Märkten hat Apple jedoch neue Vorgaben einhalten müssen, die das traditionelle Geschäftsmodell durchbrechen.
In der Europäischen Union gilt der Digital Markets Act, der den Zugang zu alternativen App-Verteilungswegen erzwingt. Ähnliche Regeln für alternative Stores und Zahlungssysteme wurden in Japan und Brasilien eingeführt. Diese Maßnahmen ermöglichen es Nutzern, Käufe und Abonnements außerhalb des geschlossenen Apple-Ökosystems abzuwickeln. CFO Kevan Parekh betonte, dass diese Implementierungen die App Store-Leistung spürbar beeinträchtigt haben.
Epic-Urteil bremst in den USA
Neben den internationalen Gesetzen wiegt ein richterlicher Beschluss in den USA schwer. Im Rahmen des jahrelangen Rechtsstreits mit dem Spieleentwickler Epic Games verhängte ein Gericht ein vorläufiges Verbot gegen Apple. Demnach darf das Unternehmen keine Provisionen auf In-App-Käufe erheben, die Nutzer über externe Links tätigen. Apple hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt, und das Oberste Gericht der USA prüft den Fall derzeit.
Besonders hart trifft dies den Bereich Mobile Gaming, der nach Erkenntnissen aus dem Prozess rund 70 Prozent des App Store-Umsatzes ausmacht. Parekh sprach in diesem Kontext explizit von Gegenwinden im mobilen Spielesektor.
F1-Film verzerrt den Vergleich
Ein weiterer Faktor, der das aktuelle Quartal statistisch belastet, ist ein einmaliges kulturelles Ereignis aus dem Vorjahr. Im Juni 2025 startete der Kinofilm F1 The Movie weltweit in den Kinos. Der Film entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Sportfilme der Geschichte und trieb die digitalen Verleih- und Kaufumsätze bei Apple massiv an.
Dieser positive Effekt wirkte sich sowohl auf das Juni- als auch auf das September-Quartal des Vorjahres aus. Da es in diesem Jahr keinen vergleichbaren Blockbuster gab, fehlt dieser zusätzliche Umsatztreiber im aktuellen Vergleich. Trotz aller negativen Einflüsse konnte der App Store im Juni-Quartal jedoch insgesamt einen neuen Umsatzrekord aufstellen.
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