Boeings Starliner plant den unbemannten Frachtflug noch in 2026

Der Start von Boeings Raumschiff Starliner zur Internationalen Raumstation rückt wieder näher. Nach einem misslungenen Erstflug im Jahr 2024 arbeitet das Luftfahrtunternehmen an der Beseitigung schwerwiegender Mängel. In diesem Jahr ist nun ein erster unbemannter Testlauf mit Fracht anvisiert. Erst wenn dieser Flug erfolgreich verläuft, sollen wieder Astronauten das Fahrzeug besteigen. Trotz der technischen Fortschritte bleiben für das Programm noch erhebliche wirtschaftliche und logistische Hürden bestehen.
Schwere Mängel am Antriebssystem beseitigt
Der Weg zurück in die Umlaufbahn war von einem schwerwiegenden Zwischenfall überschattet. Bei der ersten bemannten Mission im Jahr 2024 versagten Teile des Antriebssystems, was die sichere Rückkehr der Besatzung gefährdete. Die NASA stufte den Vorfall als höchstes Risikoniveau ein und forderte die vollständige Lösung der Probleme. Erst nach langem Warten kehrten die Astronauten im Jahr 2025 an Bord eines SpaceX-Raumschiffs zur Erde zurück. Boeing-Manager Kelly Ortberg versicherte nun, dass die notwendigen Überarbeitungen zufriedenstellend voranlägen. Die gesamten Verzögerungen und Nachbesserungen haben das Unternehmen bereits mit rund zwei Milliarden Dollar an Wertminderungen belastet.
Nächster Schritt: Unbemannter Frachttransport zur ISS
Bevor wieder Menschen an Bord des Starliner steigen, plant Boeing einen reinen Frachtflug zur Internationalen Raumstation. Ein Start dieses Testlaufs ist noch im laufenden Jahr 2026 geplant. Gelingt dieser Flug, würde dies den Weg für eine bemannte Mission im Jahr 2027 ebnen. Die zeitliche Planung ist strategisch wichtig, da SpaceX sein Crew Dragon-System bis spätestens 2030 ausmustern will. Starliner müsste dann zur unverzichtbaren zweiten Option für den Transport von Raumfahrern in den Orbit werden.
Knappe Andockplätze erfordern präzise Planung
Die technischen Schwierigkeiten scheinen überwunden, nun steht die Logistik im Fokus. Boeing verhandelt intensiv mit der NASA, um ein geeignetes Zeitfenster für den Flug zu finden. Die Internationale Raumstation verfügt nur über begrenzte Andockstellen, die oft bereits belegt sind. Zudem muss ausreichend Zeit für das Bodenpersonal eingeplant werden, um die angelieferte Fracht sicher zu entladen. Erst wenn eine passende Lücke im Betriebsplan der Station identifiziert wurde, lässt sich der genaue Starttermin final festlegen.
Wirtschaftliche und strukturelle Langzeit-Herausforderungen
Auch wenn der nächste Flug näher rückt, lauern dem Programm wirtschaftliche Fallstricke. Das Design des Starliner weist Nachteile auf, die die Betriebskosten in die Höhe treiben. Folgende Faktoren belasten die Zukunftsfähigkeit des Programms nachhaltig:
- Das Service-Modul mit dem Antrieb verglüht bei der Landung und muss für jeden neuen Flug teuer neu gefertigt werden.
- Die aktuelle Trägerrakete Atlas V wird aus dem Programm genommen, was einen teuren Wechsel zur Vulcan-Rakete erforderlich macht.
- Neue Konkurrenten wie Blue Origin drängen mit eigenen bemannten Raumschiffen auf den Markt.
- Ein früherer Versuch, das Projekt zu verkaufen, scheiterte am geforderten Preis.
Bis SpaceXs Starship vollständig einsatzbereit ist, dürften die Kosten für Flüge in die niedrige Erdumlaufbahn in den 2030er Jahren deutlich steigen.
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