Facebooks VPN App als Spyware enttarnt, britisches Parlament veröffentlicht geheime E-Mails
Sensible interne Facebook-E-Mails, welche vom britischen Parlament
veröffentlicht wurden, beschreiben den Missbrauch der kostenlosen VPN App von Facebook als Spyware App.

Das britische Parlament hat heute geheime interne Facebook-E-Mails veröffentlicht, die ein breites Spektrum der Taktiken des Unternehmens im Zusammenhang mit seiner kostenlosen VPN-App abdecken, welche von Facebook als Spyware verwendet wurde, die die Anruf- und Textnachrichtenhistorie der Benutzer aufzeichnet und vieles mehr.
Das vollständige Dokument umfasst Hunderte von Seiten mit E-Mails und Daten. Eine Zusammenfassung enthält sechs wesentliche "Schlüsselfragen" aus den Dokumenten.
Whitelists
Wert der Freundesdaten
Reziprozität
Android
Onavo
Ausrichtung auf Wettbewerber-Apps
Onavo war eine interessante Aktion von Facebook. Es handelte sich um einen kostenlosen VPN-Dienst/App, welcher als "Protect"-Funktion von Facebook bezeichnet wurde, jedoch mehr oder weniger Spyware war, die entwickelt wurde, um Daten von Benutzern zu sammeln, die Facebook nutzen konnte. Sechs Monate nachdem die App im App Store war, wurde diese von Apple entfernt.
Die E-Mails von Facebook beschreiben, wie Daten von Onavo verwendet wurden, um Apps von Mitbewerbern auszuwerten:
Facebook nutzte Onavo, um globale Umfragen über die Nutzung mobiler Apps durch Kunden durchzuführen, und zwar scheinbar ohne deren Wissen. Anhand dieser Daten konnte Facebook nicht nur feststellen, wie viele Personen Apps heruntergeladen hatten, sondern auch, wie oft sie diese genutzt haben. Dieses Wissen half Facebook, zu entscheiden, welche Unternehmen Facebook erwerben und welche als Bedrohung behandeln sollte.
Die E-Mails enthüllen auch mehr darüber, wie Facebook absichtlich die Tatsache verschleiert hat, dass Anrufe und Texte auf Android-Geräten aufgezeichnet werden.
Facebook wusste, dass die Änderungen an seinen Richtlinien für das Android-Handy-System, die es der Facebook-App ermöglichten, eine Aufzeichnung der vom Benutzer gesendeten Anrufe und Texte zu sammeln, umstritten sein würden. Um jede schlechte PR zu mildern, plante Facebook, es den Nutzern so schwer wie möglich zu machen, zu wissen, dass dies eines der grundlegenden Merkmale des Upgrades ihrer App war.
Andere Taktiken waren die Whitelist bestimmter Unternehmen, um den Zugriff auf die Daten von Benutzern und deren Freunden zu ermöglichen. Das britische Parlament ist sich nicht sicher, ob Facebook die Zustimmung dazu erhalten hat.
Facebook hat eindeutig Whitelisting-Vereinbarungen mit bestimmten Unternehmen getroffen, so dass sie nach den Plattformwechseln 2014/15 weiterhin vollen Zugriff auf die Daten ihrer Freunde haben. Es ist nicht klar, ob es dafür eine Zustimmung des Nutzers gab und wie Facebook entschieden hat, welche Unternehmen auf die Whitelist gesetzt werden sollten oder nicht.
Eine vollständige Sammlung der Facebook-Emails lässt sich hier abrufen.
In diesem, aber auch in anderen Zusammenhängen lässt sich die Frage stellen, wie weit man Facebook tatsächlich trauen kann und wie weit man die Dienste nutzen sollte? Es wäre interessant zu wissen, wie viele von unseren Lesern Facebook noch nutzen, oder WhatsApp verwenden? Werde Alternativen genutzt? Falls ja, welche wären das?
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