Hoher Fehlerquote, niedrige Ausbeute: Intel kann 7nm-Chips frühestens Ende 2022 ausliefern
Die schlechten Nachrichten bei Intel reißen nicht ab: Nachdem Apple im Juni offiziell das Ende der Partnerschaft mit Intel verkündete, liegt derzeit die Produktion der neuen 7nm-Prozessoren auf Eis. Darüber hinaus machen sich die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in den Verkaufszahlen bemerkbar.

Intel hatte die letzten Jahre sehr oft mit der Einhaltung von Deadlines zu kämpfen. So verzögerte sich zuletzt die Produktion der 10-nm-Prozessoren mit dem Codenamen Ice Lake. Damals waren weniger technische Probleme der Grund für die Verzögerung. Vielmehr lag die Ausbeute bei der Herstellung, also beispielsweise die Stückzahl pro Wafer, unter den Erwartungen von Intel.
Eine zu geringe Ausbeute ist nun u. a. ein Grund, warum sich die neuen 7nm-Prozessoren verspäten. Wie Intel-CEO Bob Swan im aktuellen Geschäftsbericht (zur PDF) mitteilt, liegt aber nicht nur die Ausbeute im für den Konzern negativen Bereich. Die Prozessoren seien zudem fehlerhaft und können nicht die Leistung erreichen, für die sie ursprünglich konzipiert wurden.
Apple Silicon bereits mit 5nm-Chips
In dem Bericht spricht Swan von einer weiteren Verzögerung der 7nm-Fertigung von etwa sechs Monaten. Insgesamt liegt Intel damit nun mehr als ein Jahr hinter dem Zeitplan. Die ersten 7nm-CPUs wird Intel erst Ende 2022, spätestens jedoch Anfang 2023 auf den Markt bringen.
Ganz anders sieht es dagegen bei den Herstellern von ARM-Prozessoren, speziell dem Apple-Zulieferer Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) aus. Der erste ARM-Mac wird über einen Prozessor verfügen, der im 5nm-Verfahren hergestellt wurde. Wie wir letzte Woche berichteten, stellt TSMC bereits die ersten Produktionslinien auf die Fertigung in 3nm um. Intel teilt dagegen mit, sich bis zum Release der 7nm-Chips auf seine 10nm-Modelle zu konzentrieren.
Wir sind gespannt, wie sich die Lage weiter entwickelt. Mit Apple hat Intel einen Großabnehmer verloren und die Probleme bei der Fertigung der 7nm-Architektur sind den Verkaufszahlen nicht förderlich. Wenn der Halbleiterhersteller aus Santa Clara in den nächsten zwei Jahren nicht noch mehr Leistung aus seinen Ice-Lake-Chips herauskitzeln kann, besteht die Gefahr, dass Intel in Zukunft nicht mehr mit den Produkten der Konkurrenz mithalten kann.
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