Verhindert Innovationen: Apple nimmt Stellung zur Forderung von einheitlichen Ladebuchsen
Vor gut zwei Wochen hat das Europäische Parlament beschlossen, die Thematik einer einheitlichen Ladebuchse für mobile Geräte wieder aufzugreifen. Am Donnerstag hat sich Apple nun zu der Forderung geäußert und führt Argumente ins Feld, die gegen eine Vereinheitlichung sprechen.

Während sich fast alle Hersteller von Android-Smartphones untereinander auf eine einheitliche Ladebuchse in ihren Geräten geeinigt haben, markierte Apple schon immer eine Ausnahme. Angefangen vom 30-poligen Anschluss für den iPod, der bis zum iPhone 4s zum Einsatz kam, über den Thunderbolt-Port beim Mac und MagSafe beim MacBook bis hin zur aktuellen Lightning-Technologie waren die Ladegeräte von Apple noch nie mit Android-Smartphones nutzbar.
Am 13. Januar 2020 kam es im Europäischen Parlament zu einer Aussprache, die das Ziel hatte, einen neuen Gesetzesvorschlag zur Vereinheitlichung der Ladebuchsen von mobilen Geräten zu erarbeiten. In den nächsten Wochen soll es zu einer Abstimmung darüber kommen.
Vergangenen Donnerstag hat sich nun Apple zu der Entscheidung der EU geäußert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wehrt sich der iPhone-Hersteller mit dem Argument: Eine einheitliche Ladebuchse würde künftige Innovationen verhindern, da Apple dann dazu gezwungen wäre, seine iPhones und iPads mit bestehenden Standards wie zum Beispiel USB-C auszurüsten.
Zudem würde beim Wegfall der Lightning-Ladegeräte "ein Berg von Elektroschrott entstehen". Apple hatte dazu eine Studie bei Copenhagen Economics in Auftrag gegeben, aus der hervorgeht, den 13 Millionen Euro die dann der Umwelt zugutekämen, stünden die 1,5 Milliarden Euro gegenüber, die bei der Umstellung von Lightning auf z. B. USB-C aufgebracht werden müssten.
Wie das Europäische Parlament am Ende entscheidet, ist noch nicht absehbar. Wir werden euch zur Entwicklung auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Technik News.

EU warnt Meta vor 12,5-Milliarden-Geldstrafe wegen suchtfördernder App-Designs
Die Europäische Kommission wirft Meta vor, Facebook und Instagram durch Endlosscrollen und Autoplay bewusst süchtig machend zu gestalten. Bei einem Verstoß gegen den Digital Services Act droht eine Rekordbuße.

Apple umgeht EU-Akkupflicht mit Premium-Ausnahme
Trotz der neuen EU-Verordnung zum Akku-Tausch ab 2027 müssen iPhones nicht umgebaut werden. Apple nutzt eine Ausnahmeregelung für langlebige und wassergeschützte Geräte.

Apple verliert Kartellklage in Europa - AppStore bleibt unter DMA-Zwang
Apple hat vor dem General Court in Luxemburg verloren. Die Einstufung als Gatekeeper für iOS und den App Store bleibt bestehen.

EU-Verordnung 2023/1670: Austauschbare Akkus für Smartphones ab 2027
Die EU schreibt vor, dass Smartphones und Tablets ab 2027 austauschbare Akkus haben müssen. Apple-Geräte erfüllen die Langlebigkeits-Ausnahmebedingungen bereits heute.

iOS 26.5: Drittanbieter-Zubehör erhält erweiterte iPhone-Schnittstellen in der EU
Apple öffnet mit iOS 26.5 iPhone-Schnittstellen für externe Wearables und Kopfhörer in der Europäischen Union. Smartwatches und Kopfhörer von Fremdherstellern können künftig einfacher koppeln und Benachrichtigungen sowie Live-Aktivitäten empfangen.

Apple warnt vor Sicherheitsrisiken durch EU-Android-KI-Pläne
Apple kritisiert scharf die EU-Vorgaben, die Künstliche-Intelligence-Unternehmen Zugang zu zentralen Android-Funktionen gewähren sollen. Das Unternehmen warnt vor massiven Gefahren für Datenschutz und Gerätesicherheit.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.